Wenn die Stimmung plötzlich kippt…
In der Perimenopause klagen viele Frauen über Gefühle wie Angst, Nervosität oder Reizbarkeit, oft ohne erkennbare Gründe. Zahlreiche Studien belegen: Diese Symptome sind weit verbreitet und hormonell beeinflusst.
Wie häufig sind Angst & Reizbarkeit?
- In der US-amerikanischen SWAN-Studie berichten rund 20,7 % der Frauen in der frühen Perimenopause von klinisch relevanten Angstsymptomen, in der prämenopausalen Phase sind es noch 15,6 %
- Eine chinesische Kohortenstudie zeigt, dass etwa 18 % der Frauen im Übergang zur Menopause unter Angst litten, verglichen mit 11 % in der reproduktiven Phase .
- In einer globalen Meta-Analyse wurden depressive Symptome bei knapp 34 % der Frauen in der Perimenopause dokumentiert, und Angstsymptome zeigten ein ähnliches Bild
Warum beeinflussen Hormone deine Psyche?
Während der Perimenopause schwanken Östrogen und Progesteron stark – mit direkten Auswirkungen auf das Gehirn:
- Östrogen beeinflusst Neurotransmitter wie Serotonin und GABA; sein Rückgang erhöht Ängstlichkeit.
- Progesteron wirkt beruhigend; ohne diesen Ausgleich reagiert das Nervensystem sensibler.
- Chronischer Stress und erhöhte Cortisolspiegel schwächen zusätzlich die hormonelle Regulation.
Das Ergebnis: Dein Kopf ist schneller „überreizt“ – selbst bei äußerlich normalem Alltag.
Wer ist besonders gefährdet?
- Frauen mit einem frühen Beginn der Perimenopause
- Personen mit einer Vorgeschichte von Angst oder Depression
- Wer unter chronischem Stress oder Schlafproblemen leidet
Selbsthilfe – was du tun kannst
- Symptom-Tracking: Dokumentiere deine Stimmung und Zyklusphasen – das hilft zu erkennen, ob Symptome hormonbedingt sind.
- Erholung & Schlaf helfen, das Nervensystem zu stabilisieren.
- Stressmanagement: Meditation, Atemübungen, Spaziergänge und Bewegung reduzieren Cortisol.
- Psychotherapie (z. B. KVT) unterstützt bei der Bewältigung von Angst.
- Hormontherapie (HRT) kann – in Absprache – bei dauerhaft belastenden Symptomen helfen.
- Medikamente (SSRIs) sind möglich, aber nur unter ärztlicher Kontrolle anzuwenden.
Fazit
Häufige Hormonschwankungen in der Perimenopause – besonders bei Östrogen und Progesteron – erhöhen das Risiko für Angst, Reizbarkeit und nervöse Unruhe. Aktuelle Studien aus den USA, China und global belegen: Bis zu ein Drittel der Frauen erlebt solche Symptome. Du bist nicht allein – und es gibt wirksame Wege, die Phase achtsam und gestärkt zu gestalten.
Quellen:
- Study of Women’s Health Across the Nation (SWAN) – 20,7 % Angstsymptome in früher Perimenopause, 15,6 % prämenopausal Frontiers+1BioMed Central+1
- Chinesische Studie: 18 % Angst in Perimenopause vs. 11 % reproduktive Phase
- Meta-Analyse: 33,9 % depressive Symptome in der Perimenopause
- UK-Studie: 41 % psychiatrische Belastung, jeweils 17 % moderate Angst & Depression