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Mitten im Meeting ein unangenehmer Druck. Beim Sex ein brennendes Gefühl. Oder nachts mehrfach wach werden, weil der Gang zur Toilette ruft. Solche Beschwerden treten in der Perimenopause häufiger auf – und werden oft als „Blasenprobleme“ oder „leichte Reizungen“ abgetan. Doch dahinter steckt häufig eine hormonelle Ursache, die vielen Frauen nicht bewusst ist: Die Schleimhäute im Intimbereich verändern sich – genauso wie die Blase.
Der Zusammenhang mit den Hormonen
Was viele nicht wissen: Östrogen ist nicht nur für Fruchtbarkeit oder den Zyklus wichtig – es hält auch das Gewebe in der Blase und der Scheide elastisch, feucht und gut durchblutet. In der Perimenopause beginnt der Östrogenspiegel jedoch zu sinken – und das betrifft auch die Harnwege und Schleimhäute.
Die Folge:
Zitat:
„Die urogenitale Atrophie ist eines der am wenigsten besprochenen, aber am weitesten verbreiteten Symptome in der Menopause.“
– Dr. Sheryl Kingsberg, NAMS
Häufige Beschwerden
Diese Symptome werden oft unter dem Begriff „urogenitales Menopausensyndrom“ (GSM – genitourinary syndrome of menopause) zusammengefasst. Studien zeigen, dass etwa 50–70 % der Frauen nach dem 40. Lebensjahr Anzeichen dafür zeigen (Portman & Gass, 2014).
Was dir helfen kann
1. Lokale Pflege & Feuchtigkeit
Hormonfreie Vaginalcremes, Gleitmittel oder pflegende Gele (z. B. mit Hyaluron) können Schleimhäute regenerieren und die Beschwerden lindern.
2. Lokale Hormontherapie
Östrogencremes, -zäpfchen oder -ringe wirken gezielt in der Scheide und Blase – und haben im Vergleich zur systemischen HRT kaum Nebenwirkungen. Sie können die Beschwerden meist deutlich verbessern.
3. Blasentraining & Beckenboden
Gezielte Übungen, z. B. mit Physiotherapeut:innen oder Apps, stärken den Beckenboden – was nicht nur der Blase hilft, sondern auch dem Lustempfinden.
4. Entzündungsprävention
Cranberry-Extrakt, D-Mannose, Milchsäurebakterien oder pflanzliche Präparate können das Risiko von Infekten senken.
Dein Körper hat ein feines Frühwarnsystem
Trockenheit, Brennen oder ständiger Harndrang sind keine Bagatellen – sie sind dein Körper, der dir zeigt, dass sich etwas verändert. Du musst das nicht einfach hinnehmen. Mit der richtigen Pflege, einer ärztlichen Abklärung und ggf. hormoneller Unterstützung kannst du schnell wieder mehr Wohlgefühl und Sicherheit erleben – im Alltag und in der Intimität.
Quellen: