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Du stehst im Raum und weißt nicht mehr, was du holen wolltest. Dir fehlen Wörter im Gespräch. Du liest denselben Absatz drei Mal – und kannst dich trotzdem nicht konzentrieren. Willkommen im „Brain Fog“. Viele Frauen in der Perimenopause kennen dieses Gefühl von geistiger Vernebelung, Konzentrationsproblemen und mentaler Erschöpfung – auch wenn sie vorher mitten im Leben standen.
„Brain Fog“ (wörtlich: Gehirnnebel) ist keine medizinische Diagnose, sondern ein Sammelbegriff für kognitive Beeinträchtigungen, die phasenweise auftreten:
Gerade in hormonellen Umbruchphasen – etwa in der Perimenopause, nach einer Geburt oder in Stressphasen – berichten viele Frauen über diese Symptome. Sie sind oft vorübergehend, aber sehr belastend.
Hormone beeinflussen nicht nur Zyklus oder Stimmung – sondern auch das Gehirn. Besonders das Östrogen wirkt auf Gedächtnis, Denkfähigkeit und Informationsverarbeitung. Sinkt oder schwankt der Östrogenspiegel stark (wie in der Perimenopause), kann das spürbare kognitive Auswirkungen haben.
Zudem greifen viele Prozesse ineinander:
Die Folge: Der Kopf fühlt sich wie „unter Wasser“ an – obwohl organisch alles gesund ist.
In der Regel: Nein. Brain Fog in der Perimenopause ist keine Demenz und meist reversibel. Studien zeigen, dass sich die kognitive Leistungsfähigkeit nach der Menopause häufig wieder stabilisiert (Greendale et al., Neurology, 2010).
Trotzdem solltest du hellhörig werden, wenn:
Dann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll – auch, um andere Ursachen wie Schilddrüsenerkrankungen, Nährstoffmängel oder Depression auszuschließen.
Brain Fog ist ein häufiges, aber oft übersehenes Symptom der hormonellen Übergangszeit. Es kann verunsichern – ist aber in den allermeisten Fällen vorübergehend und behandelbar. Wenn du dich ernst nimmst und gezielt unterstützt, kannst du Klarheit zurückgewinnen – im Denken, Fühlen und Handeln.
Quellen:
North American Menopause Society (NAMS), Factsheet 2021