
Unser weiblicher Zyklus begleitet uns oft über Jahrzehnte hinweg – mal spüren wir ihn intensiv, mal kaum. Doch je älter wir werden, desto spürbarer verändern sich die hormonellen Abläufe im Körper. Was genau passiert in den 30ern, 40ern und 50ern? Und woran erkenne ich, dass sich mein Zyklus gerade verändert?
In den 30ern ist der Zyklus meist noch regelmäßig – viele Frauen erleben in dieser Zeit ihre stabilste Hormonphase. Östrogen und Progesteron sind auf einem vergleichsweise hohen Niveau, der Eisprung erfolgt monatlich.
Aber: Die Qualität der Eizellen nimmt bereits ab dem 30. Lebensjahr langsam ab. Ab etwa 35 Jahren kann sich die Zykluslänge leicht verändern oder die zweite Zyklushälfte (die Lutealphase) verkürzt sich – ein Hinweis auf sinkende Progesteronspiegel.
„Bereits ab 35 Jahren beginnt die ovarielle Reserve, also die Anzahl der Eizellen, abzunehmen.“
– Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
Typische erste Anzeichen:
In deinen 40ern beginnst du vielleicht zu merken: Irgendetwas ist anders. Die Perimenopause, also die Übergangszeit zur Menopause, beginnt im Schnitt zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr, kann aber auch früher starten.
Besonders charakteristisch: Die Eierstöcke beginnen, unregelmäßig Hormone zu produzieren – vor allem Progesteron nimmt als Erstes ab. Das kann körperlich und emotional spürbar werden.
„Die Progesteronproduktion fällt in der Perimenopause schneller als die Östrogenproduktion – das erklärt viele der typischen Symptome.“
– Dr. Jerilynn C. Prior, Endokrinologin & Zyklusforscherin (Centre for Menstrual Cycle and Ovulation Research)
Häufige Symptome:
Wichtig zu wissen: Auch wenn der Zyklus unregelmäßig wird, kannst du in dieser Phase noch schwanger werden. Verhütung bleibt also relevant.
Die Menopause ist medizinisch definiert als das Ausbleiben der Menstruation für 12 Monate – das Durchschnittsalter liegt bei etwa 51 Jahren (Statistisches Bundesamt, 2022).
Danach tritt die Postmenopause ein – die fruchtbaren Jahre sind vorbei, Östrogen und Progesteron sind auf einem dauerhaft niedrigen Niveau. Der Zyklus endet. Doch das bedeutet nicht, dass die hormonellen Veränderungen abgeschlossen sind: Auch die Jahre nach der Menopause können durch Symptome geprägt sein.
Typisch in den 50ern:
„Die hormonellen Veränderungen nach der Menopause beeinflussen fast alle Körpersysteme – von der Haut bis zum Herz-Kreislauf-System.“
– NAMS (North American Menopause Society)
Ob regelmäßiger 28-Tage-Zyklus, unberechenbare Blutung oder völlige Ruhe – dein Zyklus ist ein Spiegel deiner Hormone. Es lohnt sich, Veränderungen bewusst wahrzunehmen, ein Zyklustracking zu führen und den Körper als Verbündeten zu sehen.
Wichtig: Wenn dich Symptome belasten oder du unsicher bist, suche medizinischen Rat. Es gibt heute viele Möglichkeiten – von bioidentischen Hormonen über pflanzliche Unterstützung bis hin zu Lebensstilveränderungen.
Quellen: