Die 15 ungewöhnlichsten Symptome der Perimenopause

Die 15 ungewöhnlichsten Symptome der Perimenopause
"Moment mal – das kann auch mit der Perimenopause zusammenhängen?"

Wenn wir an die Perimenopause denken, denken die meisten von uns an Hitzewallungen, Nachtschweiß oder unregelmäßige Blutungen.

Doch die hormonelle Umstellung kann weit mehr beeinflussen als den Zyklus. Denn Östrogen- und Progesteronrezeptoren finden sich im gesamten Körper – unter anderem im Gehirn, im Herz-Kreislauf-System, in Muskeln und Gelenken, in der Haut, den Schleimhäuten und sogar im Innenohr.

Deshalb erleben viele Frauen Beschwerden, die sie zunächst überhaupt nicht mit ihren Hormonen in Verbindung bringen.

Wichtig ist dabei: Nicht jedes dieser Symptome wird durch die Perimenopause verursacht. Viele können auch andere Ursachen haben und sollten ärztlich abgeklärt werden. Treten sie jedoch gemeinsam mit Zyklusveränderungen oder anderen typischen Beschwerden auf, kann ein hormoneller Zusammenhang bestehen.

Hier sind 15 Symptome, die viele Frauen überraschen.

1. Herzrasen oder Herzstolpern

Plötzlich schlägt das Herz schneller oder unregelmäßig – obwohl du ruhig auf dem Sofa sitzt.

Schwankende Östrogenspiegel können das vegetative Nervensystem beeinflussen und dazu führen, dass Herzklopfen oder Herzstolpern häufiger wahrgenommen werden. Trotzdem sollten neu auftretende Herzbeschwerden immer ärztlich abgeklärt werden.

2. Brain Fog

Du suchst ständig nach Wörtern, vergisst Termine oder kannst dich kaum konzentrieren?

Viele Frauen beschreiben Brain Fog als eines der belastendsten Symptome der Perimenopause. Östrogen beeinflusst unter anderem Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung – weshalb hormonelle Schwankungen sich auch auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken können.

3. Schwindel

Ein plötzliches Unsicherheitsgefühl oder leichter Drehschwindel kann ebenfalls auftreten.

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden hormonelle Einflüsse auf das Gleichgewichtssystem, den Blutdruck und die Gefäßregulation.

4. Gelenk- und Muskelschmerzen

Viele Frauen wachen morgens plötzlich mit steifen Händen, schmerzenden Knien oder einem verspannten Rücken auf.

Östrogen wirkt unter anderem entzündungsregulierend und unterstützt die Gesundheit von Gelenken, Muskeln und Bindegewebe. Sinkende Spiegel können deshalb Beschwerden verstärken.

5. Frozen Shoulder

Eine schmerzhafte Schulter ohne erkennbare Verletzung?

Studien zeigen, dass Frauen in der Perimenopause und frühen Menopause häufiger eine sogenannte Frozen Shoulder entwickeln. Vermutet wird ein Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen des Bindegewebes.

6. Trockene Augen

Nicht nur die Scheide wird trockener – auch die Augen können betroffen sein.

Viele Frauen berichten über brennende, gereizte oder tränende Augen. Ursache können Veränderungen der Tränenfilmproduktion sein, die unter anderem durch Östrogen beeinflusst wird.

7. Juckende oder kribbelnde Haut

Plötzlich juckt die Haut, obwohl kein Ausschlag zu sehen ist.

Auch dieses Symptom wird mit hormonellen Veränderungen sowie einer nachlassenden Kollagen- und Feuchtigkeitsversorgung der Haut in Verbindung gebracht.


8. Elektrische Schockgefühle ("Electric Zaps")

Kurze, blitzartige Stromschlaggefühle in Armen, Beinen oder am Kopf können ebenfalls während der Perimenopause auftreten.

Die wissenschaftliche Datenlage ist bislang begrenzt, dennoch berichten viele Frauen von diesen sogenannten Electric Zaps. Treten sie neu auf oder gehen mit weiteren neurologischen Beschwerden einher, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.

9. Juckende Ohren oder trockene Gehörgänge

Plötzlicher Juckreiz tief im Ohr – obwohl keine Entzündung vorliegt?

Auch die empfindliche Haut im Gehörgang reagiert auf hormonelle Veränderungen. Sinkende Östrogenspiegel können dazu führen, dass sie trockener und empfindlicher wird. Halten die Beschwerden an oder treten zusätzlich Schmerzen oder Hörveränderungen auf, solltest du sie ärztlich abklären lassen.

10. Histaminprobleme

Plötzlich verträgst du Rotwein, gereiften Käse oder Tomaten schlechter als früher?

Östrogen und Histamin beeinflussen sich gegenseitig. Bei manchen Frauen können hormonelle Schwankungen deshalb Histaminbeschwerden verstärken oder erstmals sichtbar machen.

11. Blasenbeschwerden ohne Infektion

Häufiger Harndrang, Brennen oder wiederkehrende Beschwerden – obwohl im Urin keine Infektion nachgewiesen wird.

Die Schleimhäute der Harnwege reagieren ebenfalls auf Östrogen. Bereits in der Perimenopause können sie empfindlicher werden.

12. Angst oder Panik

Viele Frauen erleben erstmals in ihrem Leben Angstgefühle oder Panikattacken.

Hormonschwankungen können Neurotransmitter wie Serotonin und GABA beeinflussen und damit auch das emotionale Gleichgewicht verändern.

13. Veränderte Alkoholverträglichkeit

Ein Glas Wein reicht plötzlich aus, um schlecht zu schlafen oder am nächsten Tag deutlich stärkere Beschwerden zu verursachen.

Viele Frauen berichten, dass Alkohol Hitzewallungen, Schlafprobleme oder Herzrasen verstärkt.

14. Haarausfall oder dünner werdendes Haar

Nicht nur nach der Schwangerschaft, sondern auch in der Perimenopause kann sich das Haar verändern.

Hormonschwankungen können den Haarzyklus beeinflussen und dazu führen, dass Haare feiner werden oder vermehrt ausfallen.

15. Burning Mouth Syndrome

Ein Brennen auf der Zunge oder im Mund – ohne erkennbare Ursache.

Dieses seltenere Symptom tritt gehäuft bei Frauen in den Wechseljahren auf. Die genaue Ursache ist bislang nicht vollständig geklärt, hormonelle Veränderungen werden jedoch als möglicher Faktor diskutiert.

16. Das Gefühl: "Ich bin nicht mehr ich selbst."

Vielleicht ist dies das Symptom, über das Frauen am häufigsten sprechen.

Viele beschreiben das Gefühl, sich plötzlich fremd zu sein: weniger belastbar, emotionaler, reizbarer oder einfach "anders" als früher.

Auch wenn dieses Empfinden medizinisch kein eigenes Symptom ist, berichten sehr viele Frauen davon. Und genau deshalb verdient es Aufmerksamkeit.

17. Kribbeln oder Ameisenlaufen auf der Haut

Kribbelt deine Haut oder fühlt es sich an, als würden kleine Ameisen darüber laufen – obwohl nichts zu sehen ist?

Dieses als Formication bezeichnete Symptom wird immer wieder von Frauen in der Perimenopause beschrieben. Vermutet wird ein Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen und deren Einfluss auf das Nervensystem. Da Kribbeln auch andere Ursachen haben kann, sollte es ärztlich abgeklärt werden.

Warum diese Symptome so häufig übersehen werden

Die meisten Frauen bringen Herzrasen, Gelenkschmerzen oder trockene Augen zunächst nicht mit ihren Hormonen in Verbindung. Stattdessen suchen sie einzelne Fachärztinnen und Fachärzte auf – etwa in der Kardiologie, Orthopädie, Augenheilkunde oder HNO.

Dabei können viele dieser Beschwerden Ausdruck derselben hormonellen Umstellung sein. Das bedeutet nicht, dass Hormone immer die Ursache sind. Es zeigt aber, wie wichtig es ist, den gesamten Menschen zu betrachten und Symptome nicht isoliert zu bewerten.

Wann solltest du deine Beschwerden ärztlich abklären lassen?

Auch wenn viele dieser Symptome in der Perimenopause auftreten können, gilt: Neue, starke oder anhaltende Beschwerden sollten immer ärztlich untersucht werden.

Das gilt insbesondere bei:

  • Brustschmerzen oder anhaltendem Herzrasen
  • starkem Schwindel oder Ohnmachtsanfällen
  • neurologischen Ausfällen
  • ungewöhnlichen Blutungen
  • starken Schmerzen oder deutlicher Verschlechterung deines Allgemeinzustands

Die Perimenopause ist häufig eine Erklärung – aber niemals die einzige mögliche Ursache.

Das Wichtigste auf einen Blick

Die Perimenopause kann weit mehr Beschwerden verursachen als Hitzewallungen oder Zyklusveränderungen. Hormonschwankungen beeinflussen zahlreiche Organsysteme und können sich deshalb sehr unterschiedlich bemerkbar machen.

Wenn du mehrere dieser Symptome gleichzeitig bemerkst und sie gemeinsam mit Veränderungen deines Zyklus oder anderen typischen Beschwerden auftreten, lohnt es sich, das Thema Perimenopause mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt zu besprechen.

Und vielleicht ist der wichtigste Gedanke überhaupt: Du bildest dir deine Beschwerden nicht ein. Es gibt gute biologische Gründe dafür, warum sich dein Körper gerade anders anfühlt.

Quellen

  • The Menopause Society. Positionspapiere und Patienteninformationen zu Symptomen der Perimenopause.
  • International Menopause Society. Empfehlungen und Übersichtsarbeiten zu menopausalen Beschwerden.
  • National Institute for Health and Care Excellence. Menopause: diagnosis and management (NG23).
  • Deutsche Menopause Gesellschaft. Informationen zu Beschwerden und Therapieoptionen in der Perimenopause.
  • American College of Obstetricians and Gynecologists. Patienteninformationen zu Menopause und Perimenopause.

Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bitte wende dich bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer an eine qualifizierte medizinische Fachperson.

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