
Du fühlst dich oft gereizt, schläfst schlechter, dein Zyklus verändert sich – aber deine Periode kommt noch? Vielleicht ist es „nur Stress“ – oder einfach ein neuer Lebensabschnitt: die Perimenopause. Sie beginnt oft schleichend, Jahre bevor die letzte Periode eintritt, und viele Frauen erkennen sich in ihren Symptomen nicht wieder – oder fühlen sich nicht ernst genommen.
Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der Menopause, also vor dem endgültigen Ausbleiben der Regelblutung. Sie beginnt meist zwischen Mitte 30 und Mitte 40 – abhängig von genetischen, hormonellen und Umweltfaktoren – und kann sich über mehrere Jahre erstrecken.
In dieser Phase schwanken Östrogen- und Progesteronspiegel unregelmäßig, was körperliche und psychische Symptome auslösen kann, lange bevor Zyklen tatsächlich ausbleiben.
Einer der ersten Hinweise: Dein Zyklus wird unregelmäßiger – er verkürzt sich, verlängert sich oder wird plötzlich stärker oder schwächer. Viele Frauen erleben diese Veränderungen bereits in ihren späten 30ern – oft wird das fälschlich als Stressreaktion oder „normale Schwankung“ abgetan.
Ein Gefühl von innerer Unruhe, schneller Reizbarkeit, Selbstzweifeln oder Traurigkeit – selbst ohne klaren Auslöser – kann erste Anzeichen hormoneller Dysbalance sein. Studien zeigen, dass hormonelle Schwankungen in der Perimenopause die emotionale Stabilität beeinflussen, besonders bei sinkendem Progesteron.
Viele Frauen berichten, dass sie schlechter ein- oder durchschlafen – oft zum ersten Mal im Leben. Auch nächtliches Grübeln, frühmorgendliches Aufwachen oder nächtliches Schwitzen können auftreten – oft, ohne dass man sie mit Hormonen in Verbindung bringt.
Ein Nachlassen der sexuellen Lust, veränderte Erregbarkeit oder leichte Trockenheit – auch das können erste Signale der hormonellen Umstellung sein. Oft bleibt das unausgesprochen – obwohl viele Frauen davon betroffen sind.
Viele Symptome der Perimenopause sind unspezifisch und überlappen mit anderen Themen: Stress, Überforderung, Schlafmangel, Depression, Schilddrüse. Noch immer gilt das gesellschaftliche Bild: „Wechseljahre = Ausbleiben der Periode“. Dabei beginnt die hormonelle Veränderung viel früher – und verdient Aufmerksamkeit, bevor es zur völligen Erschöpfung kommt.
Die Schwierigkeit: Standard-Hormontests erfassen diese Schwankungen oft nicht zuverlässig, weil sich Werte wie Progesteron täglich verändern können. Umso wichtiger ist es, auf Symptome zu achten – und deinem Gefühl zu vertrauen.
Die Perimenopause ist keine Krankheit – aber sie kann eine Herausforderung sein. Wenn du das Gefühl hast, dein Körper oder deine Psyche verändern sich, ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern von Umbruch. Und du musst da nicht alleine durch.
Quellen: