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Ohne Vorwarnung wird dir glühend heiß. Dein Herz rast, dir läuft der Schweiß – und das mitten in der Nacht oder beim Gespräch mit Kolleg:innen. Hitzewallungen und Nachtschweiß gehören zu den häufigsten Symptomen der Perimenopause und Menopause.
Fast 80 % aller Frauen erleben sie in irgendeiner Form – mal leicht, mal stark einschränkend. Trotzdem fühlen sich viele verunsichert, überfordert oder nicht ernst genommen.
Die Ursache liegt in der hormonellen Umstellung – insbesondere im sinkenden Östrogenspiegel. Östrogen beeinflusst das thermoregulatorische Zentrum im Gehirn, also die „innere Klimaanlage“. Wenn der Hormonspiegel schwankt oder abnimmt, reagiert dieses Zentrum empfindlicher – schon kleine Temperaturveränderungen können eine Überreaktion auslösen.
Das Ergebnis: Blutgefäße weiten sich plötzlich, die Hautdurchblutung steigt – du bekommst einen Hitzeschub, der oft von Schweiß, Unruhe oder Herzklopfen begleitet wird. Nachts tritt zusätzlich oft Nachtschweiß auf, was den Schlaf stören kann.
Die Dauer ist individuell verschieden. Laut Studien:
Die wirksamste Methode zur Behandlung starker Hitzewallungen ist laut aktueller Studienlage die Hormonersatztherapie (HRT). Insbesondere die Kombination aus Östrogen und ggf. Progesteron kann Hitzewallungen deutlich lindern oder vollständig stoppen, sofern keine medizinischen Kontraindikationen bestehen.
Quelle: NAMS Position Statement, 2022
Manche Frauen berichten über Linderung durch Soja-Isoflavone, Rotklee, Traubensilberkerze (Cimicifuga) oder Mönchspfeffer. Die Studienlage ist gemischt – bei leichteren Beschwerden können sie aber einen Versuch wert sein.
Achte auf Qualität und sprich eine Einnahme idealerweise mit einer medizinischen Fachperson ab.
In bestimmten Fällen können auch nicht-hormonelle Mittel wie SSRIs (z. B. Paroxetin in niedriger Dosierung), Clonidin oder Gabapentin helfen – allerdings nur bei mittleren bis schweren Fällen und unter ärztlicher Abwägung.
Nicht jede Frau will oder kann Hormone nehmen. Aber: Es gibt nicht den einen richtigen Weg – sondern nur deinen. Wichtig ist, dich nicht allein zu fühlen und zu wissen, dass es Lösungen gibt. Wenn du das Gefühl hast, die Beschwerden beeinträchtigen dein Leben, sprich offen mit deiner Ärztin oder einem Hormonzentrum.
„Hitzewallungen sind kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Zeichen dafür, dass dein Körper gerade Großes leistet.“
– Dr. Mary Jane Minkin, Yale School of Medicine
Quellen: