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Du hast das Gefühl, deine Lust ist irgendwie verschwunden? Du findest Nähe schön, aber der Wunsch nach Sex fehlt – oder fühlt sich plötzlich wie ein zusätzlicher Punkt auf der To-do-Liste an? Damit bist du nicht allein. In der Perimenopause klagen viele Frauen über einen Rückgang der Libido – und oft ist das mit Scham oder Unsicherheit verbunden.
Warum verändert sich die Libido?
In der Perimenopause verändern sich die Hormonspiegel – und das hat direkte Auswirkungen auf die Lust. Wenn der Östrogenspiegel sinkt, wird die Durchblutung der Genitalregion schwächer, das vaginale Gewebe wird trockener und empfindet Berührungen oft weniger intensiv. Gleichzeitig nimmt auch das Testosteron ab – ein Hormon, das bei Frauen eine wichtige Rolle für sexuelle Fantasien, Lustgefühle und das allgemeine Verlangen spielt.
Schwankendes Progesteron kann zusätzlich zu Schlafstörungen, innerer Unruhe und Gereiztheit führen – alles Faktoren, die Lustgefühle im Alltag stark beeinflussen können. Hinzu kommen oft psychische Belastungen wie Stress, Care-Arbeit, mentale Überforderung oder Schwierigkeiten in der Partnerschaft – sie wirken sich ebenfalls auf das sexuelle Verlangen aus.
Wenn es zudem beim Sex zu Schmerzen kommt, etwa durch hormonell bedingte Scheidentrockenheit (Dyspareunie), kann sich ein negativer Kreislauf entwickeln: Weniger Lust führt zu weniger Sex, weniger Sex zu weniger Durchblutung – und dadurch zu noch mehr Beschwerden.
Ist das noch normal?
Ja – aber das heißt nicht, dass du es hinnehmen musst. Studien zeigen, dass etwa 40–60 % der Frauen in der Perimenopause über Libidoverlust berichten (NAMS, 2020). Das bedeutet: Es ist häufig, aber nicht unausweichlich. Und es hat Gründe – die du beeinflussen kannst.
Zitat:„Testosteron ist nicht nur das Hormon für Männer – auch Frauen brauchen es für sexuelle Lust, Energie und Selbstvertrauen.“
– Dr. Katrin Schaudig, Gynäkologin & Hormonexpertin (2023)
Was du tun kannst
1. Verstehen, was dein Körper braucht
Wenn Hormone sich verändern, verändert sich oft auch, wie du Lust empfindest. Vielleicht braucht dein Körper mehr Zeit, mehr Entspannung, mehr Berührung ohne Erwartung.
2. Sprich drüber – mit dir selbst & mit anderen
Viele Frauen erleben Erleichterung, wenn sie ihre Situation ernst nehmen und teilen – mit Partner:in, Freundinnen oder Fachpersonen.
3. Pflege deinen Körper – von innen & außen
Eine gute Vaginalpflege (z. B. mit hormonfreien Feuchtcremes), regelmäßige Bewegung, gutes Essen & Schlaf wirken Wunder auf deine Hormonbalance.
4. Hormonelle Unterstützung
Lokal angewendetes Östrogen oder niedrig dosiertes Testosteron (in ärztlicher Begleitung) kann die Libido verbessern – insbesondere bei Frauen mit starkem Rückgang.
5. Intimität neu definieren
Manchmal beginnt Lust nicht im Kopf – sondern im Alltag. Nähe, Berührung, Zeit für dich selbst. Sex muss nicht immer ein Ziel haben – sondern darf einfach Verbindung sein.
Du bist nicht falsch – dein Körper spricht
Libidoverlust ist kein Makel und kein Zeichen von Beziehungsversagen. Es ist ein Signal deines Körpers, dass sich etwas verändert – hormonell, emotional, körperlich. Die gute Nachricht: Es gibt Wege zurück zur Lust – individuell, ganzheitlich und ohne Druck.
Quellen: