Migräne & hormonelle Schwankungen in der Perimenopause

Migräne & hormonelle Schwankungen in der Perimenopause

Wenn Hormone im Kopf pochen

Viele Frauen erleben rund um ihren Zyklus immer wieder Migräne – und stellen fest: In der Perimenopause werden die Attacken häufiger, intensiver oder verändern ihren Charakter. Was steckt dahinter? Und was kannst du tun, wenn Schmerzmittel nicht mehr ausreichen?

Warum die Perimenopause die Migräne beeinflusst

Der Zusammenhang zwischen hormonellen Schwankungen und Migräne ist gut belegt – insbesondere das Absinken des Östrogenspiegels spielt eine zentrale Rolle.

  • Östrogen beeinflusst die Reizweiterleitung im Gehirn, die Gefäßspannung und die Aktivität des Trigeminusnervs – alles Schlüsselfaktoren bei Migräne.

  • Wenn Östrogen kurz vor der Periode stark abfällt, kann das bei empfindlichen Frauen eine Migräne auslösen – man spricht hier von menstrueller Migräne.

  • In der Perimenopause schwankt der Hormonspiegel teils unvorhersehbar – das kann Migräne verstärken oder auch neue Attacken auslösen, selbst wenn früher keine Migräne bestand.

Zitat:
„Frauen mit hormonbedingter Migräne erleben oft eine Verschlechterung in der Perimenopause – vor allem bei stark schwankenden Östrogenspiegeln.“
– Dr. Susan Hutchinson, Orange County Migraine and Headache Center

Wie häufig ist das?

  • Mehr als 50 % der Frauen mit Migräne berichten über einen klaren Zusammenhang zu ihrem Zyklus (MacGregor, 2009).

  • Studien zeigen, dass bis zu 60 % der Frauen in der Perimenopause unter einer Zunahme oder Veränderung ihrer Migräne leiden (NAMS, 2020).

  • Laut der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) betrifft die menstruelle Migräne etwa 10–15 % aller Migränepatientinnen.

Symptome hormonell bedingter Migräne

  • Einseitiger, pulsierender Kopfschmerz

  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit

  • Übelkeit oder Erbrechen

  • Beginn oft 1–2 Tage vor der Periode

  • In der Perimenopause: unregelmäßig, schwer planbar, oft ohne Aura

Was du tun kannst

1. Tracke deinen Zyklus und deine Migräne
Führe ein Tagebuch: Wann beginnt der Schmerz? In welcher Zyklusphase? Gibt es Zusammenhänge mit Schlaf, Ernährung oder Stress?

2. Lebensstil anpassen
Ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und Stressreduktion können helfen, Migräne zu verringern.

3. Hormonelle Stabilisierung
In Rücksprache mit Ärzt:innen kann eine zyklusregulierende Hormontherapie (z. B. transdermales Östrogen) Migräne lindern – insbesondere bei typischer menstrueller Migräne.

4. Medikamente
Akutmedikation (z. B. Triptane) oder Prophylaxe (z. B. Betablocker, CGRP-Antikörper) sollte individuell abgestimmt werden.

Was du wissen solltest

Migräne in der Perimenopause ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein hochkomplexer neuro-hormoneller Prozess. Viele Frauen empfinden es als entlastend zu wissen, dass ihre Migräne hormonell bedingt ist – und es Therapien gibt, die gezielt an diesem Punkt ansetzen.

 

Quellen:

  • MacGregor EA. Menstrual migraine: a clinical review. J Fam Plann Reprod Health Care. 2009.
  • North American Menopause Society (NAMS), 2020
  • Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), 2023
  • Hutchinson S., Hormonal Headaches & HRT, OC Migraine Center