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Viele Frauen spüren in den Tagen vor der Periode körperliche oder emotionale Veränderungen
– klassisches PMS (Prämenstruelles Syndrom). Doch bei einigen sind die Beschwerden so stark, dass sie den Alltag massiv beeinträchtigen. In diesen Fällen könnte es sich um PMDD (Prämenstruelle dysphorische Störung) handeln – eine eigenständige, schwerwiegendere Form.
PMS betrifft rund 30–40 % aller menstruierenden Frauen. Die Symptome beginnen typischerweise in der zweiten Zyklushälfte und verschwinden mit Beginn der Blutung.
Typische Symptome:
PMS ist unangenehm – aber in der Regel mit Lebensstilmaßnahmen gut behandelbar.
PMDD betrifft etwa 3–8 % der Frauen und geht weit über PMS hinaus. Die Beschwerden ähneln einer Depression oder Angststörung – sind aber klar an die Zyklusphase gebunden.
Typische Anzeichen:
PMDD beginnt in der zweiten Zyklushälfte und bessert sich mit Einsetzen der Periode – jeden Monat aufs Neue.
PMDD entsteht nicht, weil du „zu viele Hormone“ hast – sondern weil dein Gehirn besonders empfindlich auf ganz normale Hormonschwankungen reagiert.
Besonders betroffen ist das Hormon Progesteron (und sein Abbauprodukt Allopregnanolon), das in der zweiten Zyklushälfte ansteigt. Bei Frauen mit PMDD reagiert das Gehirn – vor allem das Nervensystem, das für Stimmung und Stressverarbeitung zuständig ist – überempfindlich auf diesen Anstieg.
Das bedeutet: Dein Hormonspiegel ist vielleicht im Normbereich – aber dein Körper reagiert intensiver darauf als bei anderen.
Studien zeigen, dass bei PMDD die Reizweiterleitung in bestimmten Hirnregionen verändert ist – vor allem bei Botenstoffen wie GABA, die eine beruhigende Wirkung haben (Schmidt et al., 2017). Deshalb ähneln die Symptome einer depressiven oder Angststörung, obwohl sie hormonell ausgelöst werden.
Bei PMS helfen oft:
Bei PMDD kann zusätzlich nötig sein:
Wichtig: Du bildest dir das nicht ein. Wenn dein Zyklus dich stark belastet, hast du ein Recht auf Hilfe.
Quellen:
DGGG Leitlinie PMS, 2020