.png)
Testosteron gilt für viele noch immer als „Männerhormon“ – dabei spielt es auch im weiblichen Körper eine zentrale Rolle. Es beeinflusst Libido, Energie, Stimmung, Muskelkraft und Knochengesundheit. Trotzdem wird es in der gynäkologischen Praxis bis heute selten.
Der Testosteronspiegel nimmt bei Frauen ab etwa dem 30. Lebensjahr langsam ab. Manche Frauen spüren das als geringere Libido, weniger Antrieb oder reduzierte Energie. Auswirkungen auf Stimmung oder Selbstwahrnehmung sind möglich, aber nicht allein auf Testosteron zurückzuführen.
Testosteron wird bei Frauen in den Eierstöcken und Nebennieren gebildet – in deutlich geringerer Menge als bei Männern, aber mit großer Wirkung:
Der natürliche Testosteronspiegel beginnt etwa ab dem 30. Lebensjahr langsam zu sinken. In der Perimenopause und Menopause kann der Wert noch stärker abfallen – teils durch die reduzierte Eierstockfunktion, teils durch zusätzliche Faktoren wie Stress oder hormonelle Verhütung.
Ein zu niedriger Spiegel kann sich bemerkbar machen durch:
Wichtig: Diese Symptome können auch viele andere Ursachen haben – deshalb ist eine ärztliche Abklärung immer sinnvoll, bevor ein Hormonmangel vermutet oder behandelt wird.
Ja – in manchen Fällen kann eine niedrig dosierte Testosterontherapie (z. B. als Gel oder Creme) helfen, wenn ein tatsächlicher Mangel vorliegt und dieser ärztlich bestätigt wurde. Die North American Menopause Society (NAMS) empfiehlt die Anwendung bei diagnostiziertem Libidoverlust, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind.
In Deutschland ist die Testosterontherapie für Frauen off-label, d. h. nicht offiziell zugelassen, wird aber in spezialisierten Hormonpraxen eingesetzt. Ebenso gibt es Vaginalzäpfchen, die DHEA enthalten, ein Prohormon, aus dem Testosteron und Östrogen entstehen, die bei Libidoverlust lokal angewendet werden können. Wichtig ist eine engmaschige Begleitung durch Fachpersonen – besonders in Bezug auf Dosierung und mögliche Nebenwirkungen.
Testosteron ist kein „Männerding“. Es ist ein kraftvolles, weibliches Hormon – mit Wirkung auf Körper, Kopf und Herz. Wenn du das Gefühl hast, deine Energie, Lust oder innere Stärke ist nicht mehr so wie früher, lohnt es sich, auch an Testosteron zu denken. Denn: Du kennst deinen Körper am besten – und darfst Fragen stellen.
Quellen: