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Die Perimenopause ist eine hormonelle Übergangsphase, die oft viele Jahre vor der letzten Periode beginnt – aber häufig unterschätzt oder fehlinterpretiert wird. Viele Frauen erleben körperliche und emotionale Veränderungen, ohne zu wissen, dass hormonelle Schwankungen dahinterstecken. Doch was genau passiert in dieser Zeit mit unseren Hormonen?
In diesem Artikel schauen wir nun genauer hin: Was passiert konkret mit Östrogen, Progesteron und Testosteron während der Perimenopause? Und wie wirken sich diese Veränderungen auf dein Wohlbefinden aus?
Die Perimenopause beschreibt die Phase vor der Menopause – also bevor die Menstruation ganz ausbleibt. Sie kann bereits Mitte bis Ende 30 beginnen, meist aber zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr.
Typisch ist nicht ein plötzliches „Abschalten“ der Hormone, sondern eine lange Phase hormoneller Achterbahnen, in der der Körper langsam die Fruchtbarkeit herunterfährt.
Zitat:
„Die Perimenopause ist durch hormonelle Schwankungen und eine abnehmende ovarielle Reserve gekennzeichnet. Das macht sie so herausfordernd.“
– North American Menopause Society (NAMS)
Eines der ersten Hormone, das in der Perimenopause abnimmt, ist Progesteron. Es wird nur gebildet, wenn ein Eisprung stattgefunden hat – aber mit zunehmendem Alter wird der Eisprung unregelmäßiger oder bleibt ganz aus. Dadurch fällt der Progesteronspiegel ab.
Typische Folgen sind beispielsweise Schlafprobleme, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, stärkere oder unregelmäßige Blutungen und oftmals empfinden Frauen PMS intensiver.
Zitat:
„Progesteron ist das erste Hormon, das in der Perimenopause abnimmt – das führt zu einem relativen Östrogenüberschuss.“
– Dr. Lara Briden, The Period Repair Manual
Östrogen ist in der Perimenopause nicht einfach niedrig, sondern extrem schwankend. Einige Zyklen weisen noch hohe Spitzen auf, andere fast keine Östrogenproduktion mehr.
Diese Schwankungen führen u.a. Zu Hitzewallungen, bzw. Nachtschweiß, Brustspannen, Migräne (insbesondere zyklusabhängig), Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme – vor allem im Bauchbereich.
Zitat:
„Da fast alle Zellen im Körper der Frau auf Hormone reagieren, spüren wir die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren oft überall im ganzen Körper.“
– Dr. Sheila de Liz, Gynäkologin
Testosteron – unterschätzter Mitspieler
Testosteron wird in den Eierstöcken und Nebennieren produziert – und sinkt ebenfalls, aber langsamer. In der Perimenopause ist der Spiegel meist niedrig-normal, was sich durch Symptome wie Antriebslosigkeit, Libidoverlust, Abbau von Muskelmasse und ein Energiedefizit bemerkbar machen kann.
Zitat:
„Ein Testosteronmangel bei Frauen kann sich subtil äußern – aber deutlich aufs Wohlbefinden schlagen.“
– Endocrine Society Clinical Guidelines
Weil sich die drei Hormone nicht synchron verändern, sondern in unterschiedlichem Tempo schwanken oder abnehmen, ist jede Perimenopause anders. Während manche Frauen kaum Beschwerden haben, erleben andere emotionale und körperliche Symptome, die sie völlig aus der Bahn werfen.
Wichtig zu wissen:
Die Perimenopause ist kein plötzlicher Bruch, sondern eine komplexe, oft jahrelange hormonelle Umstellung. Wenn du weißt, was in deinem Körper passiert, kannst du besser für dich sorgen – körperlich, mental und emotional. Es geht nicht darum, „durchzuhalten“, sondern bewusst zu navigieren.
Quellen:
Endocrine Society: Clinical Guidelines for Hormone Therapy (2014)