Was sind Hormone – und warum spielen sie in der Perimenopause verrückt?

Was sind Hormone – und warum spielen sie in der Perimenopause verrückt?

Einführung: Kleine Boten, große Wirkung

Hormone sind chemische Botenstoffe, die in deinem Körper eine unglaubliche Bandbreite an Prozessen steuern – von deinem Schlaf über deine Stimmung bis hin zu deinem Stoffwechsel und deinem Zyklus. Wenn sich dein Hormonhaushalt verändert, spürst du das oft sehr deutlich – besonders in der Zeit rund um die Menopause, der sogenannten Perimenopause.

Doch was genau sind Hormone? Was passiert mit ihnen in der Lebensmitte – und warum kann sich plötzlich alles anders anfühlen?

Was sind Hormone eigentlich?

Hormone werden in Drüsen wie den Eierstöcken, der Schilddrüse oder den Nebennieren produziert und über das Blut im Körper verteilt. Sie wirken auf Organe, Zellen und Prozesse – oft in fein abgestimmten Mengen und Rhythmen.
Die wichtigsten hormonellen Systeme für Frauen sind:

  • Reproduktionshormone (z. B. Östrogen, Progesteron, Testosteron)

  • Stresshormone (z. B. Cortisol, Adrenalin)

  • Stoffwechselhormone (z. B. Insulin, Schilddrüsenhormone)

  • Schlafhormone (z. B. Melatonin)

Alle diese Systeme arbeiten miteinander – wie in einem komplexen Orchester.

Was passiert in der Perimenopause?

Die Perimenopause beginnt oft schon zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr – manchmal früher. Sie ist die Übergangszeit vor der Menopause, also der letzten Regelblutung. In dieser Phase beginnt der Körper, weniger Progesteron und später auch weniger Östrogen zu produzieren.
Das passiert nicht gleichmäßig – sondern in Wellen: mal zu viel, mal zu wenig. Genau das führt zu typischen Beschwerden wie:

  • Stimmungsschwankungen

  • Schlafproblemen

  • Hitzewallungen

  • Zyklusveränderungen

  • Erschöpfung oder Brain Fog

WICHTIG: Oft wird das mit „Stress“ oder „Überforderung“ abgetan – dabei sind es meist ganz reale, hormonell bedingte Veränderungen.

Warum gerät das Hormonsystem aus dem Gleichgewicht?

Dein Hormonsystem ist sensibel. Stress, Ernährung, Schlafmangel, Medikamente, Umwelteinflüsse – all das beeinflusst, wie gut dein Körper hormonelle Schwankungen kompensieren kann.

Hinzu kommt:

  • Mit dem Alter produziert der Körper weniger Eizellen → weniger Eisprünge → weniger Progesteron

  • Der Östrogenspiegel schwankt stark, bevor er sinkt

  • Das Zusammenspiel von Östrogen, Progesteron, Testosteron, Cortisol und Insulin wird instabil

Der Körper versucht, sich neu einzupendeln – und genau das spüren viele Frauen als körperliche oder emotionale Turbulenzen.

Warum es so wichtig ist, darüber Bescheid zu wissen

Viele Frauen erleben erste Symptome der Perimenopause, ohne zu wissen, dass ihre Hormone bereits Achterbahn fahren.
Stattdessen hören sie:

„Du bist doch noch viel zu jung für die Wechseljahre!“
„Das ist bestimmt nur der Stress.“
„So schlimm kann das doch nicht sein.“

Diese Fehldeutungen führen dazu, dass Frauen sich unverstanden, erschöpft und manchmal sogar falsch fühlen. Dabei ist Wissen der erste Schritt zur Selbstwirksamkeit.

Was du jetzt tun kannst

  • Informiere dich – Wissen schützt vor Verunsicherung
  • Tracke deinen Zyklus & Symptome
  • Achte auf Schlaf, Ernährung & Bewegung
  • Suche dir ggf. medizinische Begleitung (z. B. gynäkologische Beratung zu Hormonen)
  • Sprich darüber – du bist nicht allein

Fazit

Hormone sind mehr als nur „Wechseljahres-Zeug“. Sie sind Schlüsselspieler für dein Wohlbefinden – körperlich, mental, emotional. Die Perimenopause ist eine echte Umbruchphase – aber keine Krankheit. Je besser du verstehst, was mit deinem Körper passiert, desto bewusster kannst du durch diese Zeit gehen. Du bist nicht allein – und du bist nicht verrückt.