Zyklus-Chaos – warum deine Periode plötzlich „spinnt“

Zyklus-Chaos – warum deine Periode plötzlich „spinnt“

Wenn dein Körper plötzlich anders tickt

Vielleicht war dein Zyklus immer relativ regelmäßig – und plötzlich verändert sich alles: Deine Blutung kommt früher oder später, ist stärker oder bleibt ganz aus. Oder du bekommst zwei Perioden in einem Monat. Willkommen im Zyklus-Chaos – ein typisches Anzeichen der Perimenopause, das viele Frauen überrascht.

Was passiert in der Perimenopause mit dem Zyklus?

Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der Menopause – und sie beginnt nicht erst, wenn die Periode ausbleibt. Bereits mehrere Jahre vorher (meist zwischen 37 und 45) beginnt der Körper, weniger Progesteron zu produzieren. Der Eisprung findet nicht mehr jeden Monat statt, und dadurch geraten auch Östrogen und Zykluslänge durcheinander.

Die Folge:

  • Zyklen können sich verkürzen (auf 21 Tage oder weniger)

  • Zwischenblutungen oder sehr starke Regelblutungen treten häufiger auf

  • Eisprünge bleiben unregelmäßig oder aus

  • Manche Zyklen verlängern sich auf über 40 Tage

  • Schließlich bleibt die Blutung ganz aus – das ist die Menopause

Wie viele Frauen erleben Zyklusschwankungen?

Zyklusschwankungen gehören zu den häufigsten frühen Symptomen der Perimenopause. Laut der SWAN-Studie (Study of Women’s Health Across the Nation, 2021) erleben:

  • > 90 % der Frauen in der späten reproduktiven Phase (35–45 Jahre) Zyklusveränderungen

  • 70 % berichten über unregelmäßige Blutungen

  • 25–30 % haben vorübergehend verstärkte Regelblutungen oder Zwischenblutungen

Warum „spinnt“ mein Zyklus so?

Die hormonelle Steuerung des Zyklus ist ein fein abgestimmtes System – wenn Eisprünge ausbleiben oder verzögert stattfinden, verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron.

Häufige Gründe für Zyklus-Chaos in der Perimenopause:

  • Östrogendominanz: Wenn der Eisprung ausbleibt, fehlt Progesteron – Östrogen wirkt „ungedämpft“

  • Anovulatorische Zyklen: Es findet kein Eisprung statt, aber trotzdem eine Blutung

  • Stress, Schlafmangel oder Gewichtsveränderungen beeinflussen zusätzlich die Hormonregulation

  • Myome, Polypen oder Schilddrüsenprobleme können ebenfalls Zyklusveränderungen verursachen – hier ist ärztliche Abklärung wichtig

Muss ich etwas tun?

Nicht jedes Zyklus-Chaos braucht sofort eine Behandlung – aber du solltest deinen Zyklus gut beobachten. Wenn du z. B. sehr starke Blutungen, Schmerzen oder Zwischenblutungen hast, ist ein Besuch bei der Gynäkologin ratsam.
Außerdem lohnt sich ein regelmäßiges Tracking, um Muster zu erkennen – und Veränderungen rechtzeitig wahrzunehmen.

„Ein unregelmäßiger Zyklus ist nicht automatisch ein Problem – aber immer ein wichtiges Signal deines Körpers.“
– Dr. Jerilynn Prior, Professorin für Endokrinologie



Wie du deinen Zyklus wieder besser verstehst

Was helfen kann:

  • Zyklus-Tracking – um Länge, Symptome und Stimmung zu dokumentieren
  • Nährstoffversorgung prüfen – besonders Eisen, B-Vitamine, Magnesium
  • Stressreduktion & Schlafoptimierung – weil die Hormonachse sensibel ist
  • Bei Bedarf: bioidentische Hormontherapie in Absprache mit Ärzt:innen

Quellen:

  • SWAN Study (Study of Women’s Health Across the Nation), 2021
  • NAMS (North American Menopause Society), 2022
  • Prior JC. Perimenopause: The Ovulatory Transition, Endocrine Reviews, 2015
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Leitlinie „Blutungsstörungen“, 2020
  • NICE Guidelines UK, Heavy menstrual bleeding, 2021